Wirtschaftsingenieurwesen – was ist das?

Wirtschaftsingenieurwesen ist ein komplexer Fachbereich. Denn ein Wirtschaftsingenieur hat sowohl die Ökonomie, als auch die Technik im Blick. Dadurch liegt ein wesentlicher Unterschied zwischen einem Wirtschaftsingenieur und einem technisch spezialisierten Ingenieur. Doch was konkret ist die Aufgabe eines Wirtschaftsingenieurs? Und welchen Inhalten begegnet dieser im Studium? Und was wird letztendlich allgemein unter dem Begriff Wirtschaftsingenieurwesen verstanden?

Was genau ist eigentlich Wirtschaftsingenieurwesen?

Das Wirtschaftsingenieurwesen gilt grundsätzlich als ein interdisziplinärer Studiengang. Dieses vereint die Ingenieurwissenschaften mit den Wirtschaftswissenschaften. Daneben integriert dieser Studiengang auch rechtswissenschaftliche Anteile. Das Wirtschaftsingenieurwesen entstand bereits im späten 19. Jahrhundert. Seit diesem Zeitpunkt erfolgt die Ausbildung zu einem Wirtschaftsingenieur in Form eines Studiums.

Aufgrund der vermittelten Ausbildungsinhalte stellen die Wirtschaftsingenieure eine Schnittstelle zwischen dem Ingenieurswesen und der Betriebswirtschaft dar. Die Vielseitigkeit, welche mit diesem Beruf verbunden ist, schlägt sich auch in der Zielsetzung des Berufszweigs nieder: die Wirtschaftsingenieure sorgen für die Optimierung der Betriebsläufe im Hinblick auf technische Prozesse und sorgen zugleich für die optimale Wirtschaftlichkeit und Produktivität.

Inhalte und Formen des Studiums

Es bestehen mehrere Optionen, ein Wirtschaftsingenieur zu werden. Jede dieser Optionen erfordert jedoch ein Studium. In Deutschland speziell erfolgt das Studium in Form eines Simultan- oder Aufbaustudiums an einer Hochschule. Es kann sich dabei sowohl um eine duale Hochschule, eine Fachhochschule als auch eine Universität handeln. Das Studium zum Wirtschaftsingenieur ist jedoch auch an einer Berufsakademie möglich. Das Studium gliedert sich für gewöhnlich seit der Bologna-Reform in einen Bachelor- und einen Masterstudiengang. Nur noch selten wird von den Hochschulen ein Diplomstudiengang angeboten.

Das Simultanstudium gilt als der übliche Regelfall und erfolgt in Vollzeit. Das Aufbaustudium richtet sich an Absolventen, welche bereits ein technisches Studium abgeschlossen haben. Diesen fehlen dann lediglich die rechtswissenschaftlichen und wirtschaftswissenschaftlichen Anteile des Studiums. In diesem Fall existiert dann oft auch die Option des Fernstudiums.

Der dre4ijährige Bachelorstudiengang vermittelt die Grundlage des Studiums. Durch zwei weitere Studienjahre besteht die Möglichkeit, einen Masterabschluss zu erlangen. Solch ein Abschluss ist besonders dann auszuwählen, wenn eine Führungsposition angestrebt wird. Denn der Masterstudiengang vermittelt noch zusätzlich Führungskompetenzen und die Managementqualifikationen. Ein Auslandsaufenthalt ist in diesem Falle ebenfalls zu raten, da die meisten Führungspositionen in Unternehmen bestehen, welche international tätig sind.

Die Studenten erwerben im Rahmen des Studiums das nötige Wissen im Bereich der wirtschaftswissenschaftlichen, ingenieurswissenschaftlichen und rechtswissenschaftlichen Disziplinen. Darunter wird verstanden, dass im Rahmen des Studiums Inhalte aus folgenden Bereichen vermittelt werden:

– Betriebswirtschaftslehre
– Informatik
– Physik
– Logistik
– (Fertigung-)Technik
– Marketing
– Maschinenbau
– Rechtswissenschaften und
– Mathematik.

Die Aufgaben eines Wirtschaftsingenieurs

Nach dem Studium kann der Wirtschaftsingenieur in zahlreichen Berufsfeldern tätig werden. Denn dieser zeichnet sich durch Vielseitigkeit aus. Daher ist bereits während dem Studium eine Spezialisierung auf einen Schwerpunkt zu empfehlen. Generell lässt sich sagen, dass ein Wirtschaftsingenieur die Kommunikation zwischen der Ökonomie und der Technik in einem Unternehmen unterstützt, unter Beibehaltung des technischen, der Wirtschaft und der Produktivität im Blick. Zudem beteiligen sie sich an der Prozessoptimierung und sind dazu befähigt, bei Produktionsabläufen die Kosten angemessen zu kalkulieren.

Aus den erwähnten Gründen fungieren mehrere Berufsfelder als mögliche Einsatzgebiete für die Wirtschaftsingenieure. Daher sind diese oft in der Systemadministration, dem Controlling, dem Einkauf und im Rechnungswesen aufzufinden. Daneben arbeiten diese vielfach in den Bereichen Logistik, Vertrieb, Fertigung, Produktion, Marketing, Qualitätsmanagement sowie Projektmanagement und Projektplanung.

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