Berühmte Frauen im Ingenieurwesen

Obwohl dies nicht alle wissen, ist es Tatsache: Frauen haben in der Geschichte der Ingenieurwissenschaften eine sehr wichtige Rolle gespielt. Sie brachten einige der besten technischen Innovationen hervor, und dass trotz der Last sexistischer Strukturen. Den Frauen ist somit nicht nur die Brooklyn Bridge in New York zu verdanken, sondern beispielsweise auch die Erfindung der Scheibenwischer. Im Folgenden werden einige der einflussreichsten Ingenieurinnen vorgestellt.

Edith Clarke

Die Talsperre an der Grenze zwischen Arizona und Nevada, der Hoover-Staudamm, stellt ein wahres Konstruktionswunder dar. Seine Erfindung haben wir einigen Ingenieuren zu verdanken. Unter ihnen auch der Ingenieurin, welche mit ihren Kenntnissen aus dem Bereich der Kraftwerksysteme ihren Beitrag dazu geleistet hat, dass dieses riesige Bauwerk auf die Beine gestellt werden konnte: die im Jahre 1883 geborene Edith Clarke. Ihre Konstruktionsentwürfe dienten später zum Bau zahlreicher Dämme im nordamerikanischen Westen.

Edith Clarke war die erste Frau mit dem Abschluss des Elektroingenieurwesens am Massachusetts Institute of Technology (MIT), und zwar in einer Zeit, in welcher Frauen an einer Hochschule nicht üblich waren. Nach unzähligen mühsamen Versuchen, eine Arbeit zu finden, wurde sie von General Electric (GE) eingestellt, wo sie beeindruckende Erfolge erzielte. Ihr verdanken wir auch die Erfindung eines grafischen Taschenrechners, welches mathematische Probleme mithilfe von Kraftübertragung löst und noch heute im Gebrauch ist. Im Jahre 2015 wurde Clark geehrt und in die Reihe der „National Inventors Hall of Fame“ aufgenommen.

Sarah Guppy

Die 1770 in Birmingham geborene Ingenieurin Sarah Guppy schaffte es, in einer Zeit, in welcher Frauen im eigenen Namen kein Eigentum besitzen durften, eine große Anzahl an eigenen ingenieurtechnischen Erfindungen zu reklamieren. Als größter Beitrag gilt ihr spezielles Design für die Verankerung von Hängebrücken im Jahre 1811.
Sie überließ ihre Konstruktionspläne dem Ingenieur Kingdom Brunel kostenlos, welcher sie dazu verwendete, um die ikonische Clifton Bridge über dem Fluss Avon fertigzustellen. Dasselbe Design wurde auch von Thomas Telford für den Bau der Menai Bridge in Wales verwendet.

Dass Guppy der allgemeine Nutzen immer wichtiger war, als ihr persönlicher Gewinn, beweist zudem die Tatsache, dass ihre Patente unter dem Namen „die Guppy-Familie“ registriert wurden, sodass sie selbst nie den Ruhm für ihre Arbeiten beanspruchte. Sie stellte eine ganze Reihe an nützlichen Erfindungen vor. Ihr ist die Erfindung eines nachhaltigen Schemas zur Verhinderung der Erosion auf den Eisenbahndämmen zu verdanken sowie die eines modifizierten Kerzenhalters, welcher die Kerze effizienter verbrannte.

Martha Coston

Im Rahmen des amerikanischen Bürgerkriegs, in welchem Frauen in erster Linie als Krankenschwestern arbeiteten, war Martha Corton für die Kommunikationstechnologie der US-Marine verantwortlich. Sie erfand die Coston-Nachtsignale, welche von der US-Marine dazu verwendet wurden, verschiedene Operationen auf See zu koordinieren. Die 1826 geborene Coston lernte in Philadelphia ihren Mann Benjamin Coston kennen und brannte mit diesem durch, als diesem eine Position in der Marine angeboten wurde. Er selbst hatte sich bereits einen Namen als Erfinder gemacht. Martha blieb jedoch im Alter von 24 Witwe mit vier Kindern und suchte nach einem Weg, für ihre Kinder zu sorgen.

So entdeckte sie unerwartet im Notizbuch des verstorbenen Ehemannes nie fertig gebrachte Pläne für die Erstellung pyrotechnischer Leuchtrakete und schaffte es, anhand dieser eine eigene zu gestalten. Erst im Jahre 1859 erwarb sie ein Patent für Leuchtraketen und bekam von der US-Marine 20.000 Dollar von der US-Marine ausgezahlt.

Mary Anderson

Das, was heutzutage von uns einfach so hingenommen wird, die Scheibenwischer, verdanken ihre Erfindung Mary Anderson. Wie sähe das Autofahren ohne diese aus? Zwar standen zu der Zeit viele Menschen Andersons Erfindung gegenüber eher kritisch, doch zu Unrecht, wie sich herausstellte. Die 1886 geborene Anderson besuchte im Jahre 1902 New York und entwarf ein Gerät mit Gummiband, welches bei widrigen Witterungsverhältnissen Regen, Schnee und Staub von der Windschutzscheibe entfernte. Und das alles, weil sie bei ihrem New York Besuch die Menschen dabei beobachteten, wie sie dies manuell selbst erledigen mussten.

Bereits in den 1940er und 1950 er Jahren war der Scheibenwischer eine Standardfunktion für die neuen Fahrzeuge.

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